JÜRGEN HENKEL . 20 Mai 2019 . 0 comments

Fast Food war gestern. Slow Brew Kaffee für mehr Lebensqualität.

Slow Coffee – Ein Plädoyer für guten Kaffee. Umweltbewusst und einfach zubereitet.

Die Art und Weise wie man Kaffee zubereitet hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder verändert. Kaffeevollautomaten und Kapselmaschinen haben den guten alten Filterkaffee verdrängt. Was hatte das für einen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees? Ist er besser geworden? Oder nur viel teurer? 1 kg Nespresso Kaffee kosten ca. € 60.- oder CHF 80.-! Zum Glück erlebt der Filterkaffee aber gerade sein verdientes Comeback.

Nicht nur in privaten Haushalten, auch in Bäckereien, Cafés, Hotels und anderen öffentlichen Räumen hat in Nordeuropa der Siegeszug der teuren Maschinen zu einem wie wir finden bemitleidenswerten Standard der Kaffeekultur geführt. Gerade zu der deutschen Art, Brot, Brötchen und Kuchen zu genießen passt doch ein guter Filterkaffee hervorragend, warum wird aber an vielen Orten solch ein "kaffeeähnlicher Muckefuck" angeboten?

Kein Muggefuck

Seitdem ich 1988 bei Bodum meine Karriere startete, die bis 2006 andauerte, beschäftige ich mich mit dem Brühen des Kaffees von Hand.  Damals standen immer nur die geschmacklichen Aspekte des Filterns im Vordergrund. Handgebrühter Kaffee schmeckt einfach besser. Nun haben sich in der Zwischenzeit das ökologische Bewusstsein und die Gewohnheiten der Menschen enorm verändert. Die Kaffeekapsel, der Kaffeevollautomat und die Coffee pads haben das Marktvolumen der Kaffeebereiter und anderer Handfilter für Kaffee auf ein Nischendasein reduziert. Der Artikel von Barbara Vorsamer* in der Süddeutschen Zeitung beschreibt das Dilemma zwischen ökologisch bedenklichem Verhalten und dem einfachen Verlangen nach einer guten Tasse Kaffee in einem modernen Haushalt sehr passend. Dieser Artikel ist absolut lesenswert für viele von uns.

Die Lösung für einen guten Kaffee zu Hause ist  so einfach. Mit gesundem Menschenverstand und der Veränderung von Kleinigkeiten ist es möglich einen hervorragenden Kaffee zu kochen, ohne dabei einen Haufen Abfall produzieren zu müssen. (zero-waste coffee!). Es kann sich sogar mit der Zeit ein schönes duftendes Kaffeeritual entwickeln, welches die Sinne anregt und die Lebensqualität steigert. Slow Coffee ist nachhaltig, es ist wunderbar einfach  zu Hause in der Brühkanne oder im Handfilter hervorragenden Kaffee zuzubereiten.

Dribbler

Der Begriff Slow Coffee kam mit der Third Wave Kaffeebewegung. Für uns geht es um einen guten Kaffee zum Frühstück, in der Pause zwischendurch oder zum Gebäck am Nachmittag. Slow Coffee ist ein einfacher, nachhaltiger Weg zu mehr Lebensqualität und Achtsamkeit. Der Aufwand ist gering und wenn Du dich an die neuen Handgriffe gewöhnt hast auch recht schnell. Gerne gebe ich zu, dass ein guter Espresso natürlich auch nicht zu verachten ist. Diesen kann man sicherlich nicht mit einem Handfilter erzeugen. Wir sind aber  generell der Meinung, dass es zu Hause fast unmöglich ist einen  ökologisch unbedenklichen und guten Espresso herzustellen. Wer auf Kapseln oder Coffee Pod’s  verzichten möchte, hat die Möglichkeit einen Vollautomat oder eine Siebträgermaschine. zu kaufen. Auch wir haben uns immer wieder mal damit auseinander gesetzt eine teure Espressomaschine anzuschaffen. Folgende Punkte haben uns davon abgehalten diese Investitionen für den privat Haushalt oder das Büro zu tätigen:

  • Die Maschine ist nicht heiß genug wenn man sie nicht früh genug anschaltet. Der Spülvorgang um das alte Wasser aus dem System durch heißes sauberes Wasser zu ersetzen dauert lange.
  • Mindestens 5 von 10 Tassen Espresso gelingen dem Hobby Barista bei einer Siebträgermaschine nicht. Eine eingehende Schulung ist nötig. Für relativ wenige Tassen Espresso oder Cappuccino am Tag ist das recht aufwendig. Nach Erfahrungsberichten von Freunden helfen auch die Schulungen nicht unbedingt weiter und die Erfolgserlebnisse ließen auf sich warten.
  • Der Aufwand und die Reinigung der Maschine und der Mühle sind nicht praktikabel. Vor allem wenn kalkhaltiges Wasser verwendet wird ist die Lebensdauer der Maschine nicht lang. Ein Service oder eine Reparatur sind umständlich aufgrund der Größe der Geräte und die Kosten sind hoch.
  • Über die Bakterienbildung in den Maschinen gibt es wahre Schauermärchen. Vor allem bei Verwendung eines Milchaufschäumers ist es sogar in professionellen Betrieben wie Hotels fast unmöglich den Hygienevorschriften nachzukommen. Da graut es uns vor Büromaschinen.

Unser Fazit: für einen guten Espresso besuchen wir unsere Kaffeebar an der Ecke. Der Fachmann weiß was er zu tun hat, reinigt seine Maschine regelmäßig, die Maschine läuft über den ganzen Tag und ist dadurch heiß. Meine Stamm Kaffee Bar ist einen Hundespaziergang vom Büro entfernt. Manolo ist Kaffeeproduzent aus El Salvador. Er röstet vor Ort und hat nebenbei Zeit für ein herzliches und persönliches Gespräch über die Themen des Tages. Die Kaffeequalität ist eine andere Dimension und kein Vergleich zu einem home-brew Espresso. Du solltest Dir auch eine Kaffeebar Deines Vertrauens suchen. Kaffeehausketten mit Massenabfertigung  und fancy Inneneinrichtung sind auch hier nicht immer die beste Wahl…back to Manolo!

Guter Espresso ist etwas für Professionals. Alles andere ist Muckefuck*.

Die einzige echte Alternative für zuhause ist SLOW COFFEE. Eventuell in Kombination mit einem Milchaufschäumer. Du bekommst eine größere Tasse guten Kaffees und wirst vom Geschmack begeistert sein. Gerade in Verbindung mit Frühstück, Brunch, Kuchen und Gebäck. Alles zu einem Bruchteil der Kosten einer Kapsel- oder anderen Kaffeemaschine.

Wir sind der Meinung, dass man bei SLOW COFFEE auf Filterpapier (#nopaper) und Plastik (#lessplastic) verzichten sollte. Auch die Diskussion um erwärmtes Aluminium kann man im Hinterkopf behalten. Das werden wir an anderer Stelle vertiefen. Die Meinungen gehen da sehr stark auseinander.

Slow Coffee - ohne Filter

Slow Coffee @ it’s Best, was Du für guten Kaffee berücksichtigen solltest:

  • Frisches Wasser kochen und leicht abkühlen lassen. Man sagt 92° bis 95° sei optimal.
  • Kaffee in einer guten Qualität. Hier ist der größte Spielraum für nachhaltigen Kaffeekonsum. Fair gehandelter Kaffee aus einer vertrauenswürdigen Quelle ist eine gute Wahl. Einige Supermärkte haben mittlerweile auch den Trend erkannt und verkaufen gute Kaffees, welche zu fairen Bedingungen für die Farmer gehandelt werden.
  • Die Frische des Kaffees. Es ist wichtig zu wissen, dass Kaffee nach dem Rösten und noch schneller nach dem Mahlen sehr stark an Qualität verliert. Es gibt unterschiedliche Kaffeebeutel, die natürlich auch wieder ökologisch zu bewerten sind. Das Verbrauchen des Kaffees innerhalb vier Wochen nach dem Röstdatum ist zu empfehlen, drei Monate sind zu eindeutig zu lang. Den Kaffee am besten frisch gemahlen verwenden.
  • Der Kaffee benötigt ca. 3 – 4 Minuten um die Öle und Fette , die dem Kaffee seinen Geschmack geben, aufzulösen. Es gibt viele Theorien um die Klarheit des Kaffees. Probiere es einfach aus. Nach meinen Beobachtungen sind die Schwebstoffe im Kaffee wichtig für einen guten runden Geschmack.

Auch wir haben unseren COFFEE DRIBBLER Pour-Over als Dauerfilter im Sortiment. Mit diesem Handfilter aus Edelstahl brühst Du einen guten Kaffee ebenfalls ohne Filterpapier. Perfekt auch für den Kaffee beim Camping oder unterwegs. Der Filter muss jedoch häufiger gut gereinigt werden. COFFEE DRIBBLER passt auf die meisten Kannen. Das heißt Du kannst Omas Porzellankanne mal wieder aus dem Schrank hervorholen und perfekten Filterkaffee zubereiten.

Coffee Dribbler

Wir würden jedoch eine Brühkanne empfehlen. Bei dem IONIC COFFEE POT oder unserer SOWDEN OSKAR kannst du den Kaffee direkt in der Kanne zubereiten und servieren. Einfach genial. Der Filter muss nicht einmal herausgenommen werden. Der Kaffee wird nicht bitter.

Ionic Coffee Pot

Es duftet in der ganzen Wohnung, der Kaffee ist heiß und du kannst dich an dem liebenswertes Kaffeeritual mit der hübschen Porzellankanne auf dem Tisch erfreuen. Dein Morgen beginnt nicht mit dem Gedröhne der Kaffeemaschine sondern in aller Ruhe mit einer großen dampfenden Tasse Kaffee oder einem Milchkaffee. Das passt hervorragend zum Brot  oder Müsli. Du hast keinen überflüssigen Abfall produziert, lediglich etwas Kaffeeprütt für den Kompost. Auch das Abwaschen ist schnell getan. Einfach die 3 Teile unter fließendem Wasser ausspülen. Hin und wieder mit der Hand oder in der Spülmaschine gründlich reinigen.

Überlegst Du schon was Du mit der freien Fläche in Deiner Küche anfängst? Mit dem  IONIC COFFEE POT sparst Du Platz für eine Kaffeemühle oder sogar einen Röster. Was ich wirklich toll finde, ist ein Kaffeemühle um den Kaffee frisch zu mahlen. Die Auswahl ist riesig.  Achte darauf, dass der Behälter für die Kaffeebohnen nicht zu groß ist. Sonst schüttest Du immer oben die schönen frischen Bohnen  hinein und bis sie gemahlen werden sind sie nicht mehr frisch. Handmühlen sind perfekt. Kleine Portionen sind besser. Leider habe ich noch keine elektrische Mühle gefunden die absolut leise ist. Wer es ganz frisch möchte, kann mittlerweile auch in Kleinmengen rösten***

Das ging doch alles ganz einfach: Kaffee rein, Wasser drüber, umrühren, nochmals Wasser drüber, nochmals umrühren, vier Minuten warten, Kerze anzünden, einschenken und genießen. Der Name Slow Coffee passt eigentlich gar nicht, es müsste besser Simple Quick Coffee heißen.

Für ein Café oder ein kleines Hotel wären die Kaffeebereiter IONIC auch eine echte Bereicherung. Auf der wichtigsten Gastromesse in Hamburg haben wir unser Kaffeekonzept vorgestellt. Viele Gastronomen waren begeistert. Kannst Du dir vorstellen warum wir trotz der positiven Reaktionen kaum einen Kunden finden  konnten?  Die Antwort lautete meistens: „Wir haben einen Vertrag mit unserem Kaffeelieferanten. Dieser schließt das Leasing der Kaffeemaschinen mit ein. Wir können da leider nicht wechseln.“ 

Der Einkaufspreis für 1 kg Röstkaffee liegt in der Gastronomie bei ca. € 6.- bis € 8,-. Die Hoteliers sind nicht bereit mehr zu bezahlen. Die Großröstereien haben das Geschäft fest im Griff und binden ihre Kunden mit langfristigen Verträgen welche die Kaffeemaschinen mit einschließen. Qualität und Kaffeeerlebnis leiden darunter. Das werden wir im Moment nicht ändern können. Aber bei Dir zu Hause bist du frei und kannst auf IONIC wechseln. Viel Spaß dabei.

Mehr Information: https://www.carlhenkel.com/kaffee/

Über Fragen freue ich mich immer.

Jürgen Henkel

www.carlhenkel.com

 

Quellenangaben:

* Text von Barbara Vorsamer aus der Süddeutschen Zeitung vom 25. Nov. 2015
https://www.sueddeutsche.de/leben/oekologisch-kaffee-trinken-ich-war-volluto-jetzt-will-ich-oeko-sein-1.2709598

** Muckefuck. Laut Wikipedia ein kaffeeähnliches heißes Aufgussgetränk, dessen Zutaten wir Kaffeebohnen behandelt werden und das in Farbe und Geschmack Bohnenkaffee ähnelt. ...

*** Kaffeeröster für Kleinmengen
https://createdisek.com/roast-your-own-coffee-gvhfhfthtfb-vfhttthn-vnfgfnhnbf-coffe-11-2018/

Kommentare

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder*

Mehr im Blog

Wir benutzen Cookies nur für interne Zwecke um den Webshop zu verbessern. Ist das in Ordnung? Ja Nein Für weitere Informationen beachten Sie bitte unsere Datenschutzerklärung. »