For coffee connoisseurs. And beginners!

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  • By Jutta M. Ingala | www.6gradost.com
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For coffee connoisseurs. And beginners!

Dass ich schon immer guten Kaffee getrunken hätte, stimmt natürlich nicht. Und überhaupt: Weiß ich denn, wie guter Kaffee „geht“? Bis vor zwei Jahren wusste ich es ganz sicher nicht.
Kaffee war und ist morgens mein Muntermacher. Wahlweise wurden – und hier folgt kein „werden“, denn das morgendliche Ritual ist inzwischen ein anderes – Bohnen in den Vollautomaten geschüttet oder Kaffeemehl ins Herdkännchen. Das Ergebnis purer Zufall und darum auch nicht immer ein Hochgenuss

ARCA - Ganz und gar keine Nebensache

Ganz und gar keine Nebensache

Purer Zufall hat mich im Frühjahr 2018 auch über die Schwelle des eigenwilligen Cafés mit Rösterei in der Ottostraße 5 in Durlach geschubst. Q Kaffee sei „hot and trending“, so der Studienfreund, der zu einem Tête-à-tête in den Süden geladen hatte. Wer dort wohnt, muss es ja wissen. Doch Kaffee bleibt zunächst Nebensache. Gesprächsthema Nummer eins: die Midlifecrisis. 50 ist ein schwieriges Alter. Der Getränkeauswahl widmen wir darum auch nur minimale Aufmerksamkeit: „Cappuccino, Espresso …?“ Mehr Fantasie können wir nicht aufbringen. Vielleicht sollte ich ergänzen, dass mir die Begrifflichkeiten auf der Karte – etwa „Karlsbader Kanne“ oder „Hario V60“, „Full Immersion“ oder „Cold Drip“ – auch so ganz und gar fremd waren. Lieber an Gewohntem festhalten. Das gibt Sicherheit. Die Frage nach dem Zucker – auch so eine Gewohnheit, aber nein, nicht meine, denn Zucker war selbst damals nur Ultima Ratio, um hin und wieder sehr auffällig schlechten Geschmack zu neutralisieren – wird im Café mit einem Stirnrunzeln quittiert. Und einer Geschichte. Seitdem ist Kaffee, wenn auch nicht Gesprächsthema Nummer eins, so doch ganz und gar keine Nebensache mehr.

Schokolade trifft Lakritze

Schokolade trifft Lakritze

Aus der Affäre in der Ottostraße wird eine wunderbare Freundschaft. Die Bohnen aus der Rösterei, wo Zucker verpönt ist, füllen meine Küche schon morgens um sechs mit dem besten Duft. Und weil ich mich trotz aller Gewohnheiten und Routinen im Grunde zu gern auf Neues einlasse, landen nicht immer die gleichen Röstungen in der Tasse. Wie sollte man auch die fein nuancierten Unterschiede erkennen? Lernen, dass Kaffee fruchtig sein kann, Noten von Schokolade, Tabak oder Marzipan herausschmecken und sogar Lakritze? Das geht nur im Vergleich. Auch Geduld gehört unbedingt dazu.

Ich habe mich also auf Kaffee eingelassen. Seit jenem Frühjahrstag hat er einen neuen Stellenwert.

Weltreisende Bohnen

Man darf sich gerne vergegenwärtigen, dass Kaffee ein empfindliches Pflänzchen ist. Buchstäblich. Dass eine Kaffeepflanze besondere und relativ konstante klimatische Bedingungen braucht. Dass es verschiedene Varietäten und Sorten gibt, die – ähnlich den Rebsorten beim Wein –, ihre ganz eigenen Anforderungen an den Boden stellen. Dass in einem Anbaugebiet nicht jede Bohne zur gleichen Zeit den richtigen Reifegrad erreicht. Ernten von Hand macht da Sinn. Ein aufwändiges Geschäft. Eines für Menschen mit Erfahrung und viel Leidenschaft.

Und das ist nur der Anfang. Der Beginn einer Reise, die vom sogenannten Kaffeegürtel, der tropischen Äquatorialzone, in Röstereien rund um den Globus führt. Welche Aromen dort aus den weltreisenden Bohnen durch handwerkliches Rösten von Single Origins oder spannenden Blends herausgekitzelt werden, ist eine buchfüllende Philosophie. Und noch lange nicht das Ende dieser Geschichte. Damit sich nämlich die individuellen Aromen auch perfekt in der Tasse und schlussendlich am Gaumen entfalten können, dürfen sich Kaffeeliebhaber gerne in der richtigen Zubereitung üben.

Flirten mit Filtercaffee - ARCA

Flirten mit Filterkaffee

Wie also den perfekten Kaffee zuhause zubereiten? Zugegeben, ich habe mit einer Siebträgermaschine geliebäugelt, von cremigem Cappuccino mit hübscher Latteart geträumt und gleich eine Reihe von Seminaren belegt, um dessen Geheimnis nachzuspüren. Dem Exklusiv-Seminar bei Alexander im Q folgen zwei in der Roestbar Münster bei der mehrfachen deutschen Barista-Meisterin Erna Tosberg und schließlich eines bei Oliver vom Pottschwarz in Mülheim an der Ruhr. Immer spannend, informativ. Jeder Kaffeemacher legt ja seinen ganz eigenen Schwerpunkt. Immer sind auch unglaublich viel Leidenschaft und noch mehr Spaß im Spiel. Was bleibt, ist jedoch die Erkenntnis, dass ich das neu gewonnene Wissen zwar sehr schätze, die Arbeit an der Siebträgermaschine dennoch lieber den Profis überlasse. Viel Übung und Fingerspitzengefühl sind da gefragt. Ganz abgesehen davon braucht eine Siebträgermaschine morgens länger zum Wachwerden als ich ... Gepflegt werden will sie auch. Nicht nur oberflächlich. Das ist mir zu kompliziert im Alltag. Überhaupt: wer viel Kaffee trinkt, flirtet am besten mit Filterkaffee.  

Die Schönheit innerer Werte

Die Schönheit innerer Werte

Es gibt eine Reihe von Parametern, die ein gutes Produkt ausmachen. Dazu gehören für mich vor allem eine funktionale und eine ästhetische Qualität. Während ich also nach meinem persönlichen Kaffeeglück suche, bleibe ich bei Carl Henkel Brewers hängen. Vielmehr an einem Kaffeezubereiter von einer derart schlichten Ästhetik, dass ich mich in ihn verliebe, lange, bevor ich seine inneren Wert kennen lerne: die ARCA x-tract.

Eine Kanne aus hitzebeständigem Borosilkatglas. Schön bauchig mit offenen Griff, angebracht in einem Winkel, der nahelegt, dass sich aus der ARCA hervorragend einschenken lässt. Der Griff ist rund, solide, liegt fabelhaft in der Hand. Ein weißer Porzellandeckel mit silbernem Knopf schließt dank Silikonring den herausnehmbaren Edelstahlfilter ab. Der besteht aus einem Doppelsieb mit ultrafeiner Perforation, die ein Aufbrühen von Kaffee ganz ohne Papierfilter ermöglicht. Und genau das macht die phänomenal gute Erfindung aus. Denn abgesehen davon, dass ich ganz einfach Kaffeemehl in den Filter löffeln, aufbrühen, ziehen lassen und im nächsten Moment guten Kaffee genießen kann, bin ich mit der ARCA überaus nachhaltig unterwegs: Glas, Porzellan, Edelstahl – null Papier. Warum das erwähnenswert ist? Rund 750.000.000 Papierfilter werden weltweit in der Kaffeezubereitung verbraucht. Tag für Tag. Eine schwindelerregende Zahl. Aufaddiert von Filtern, die die Welt nicht braucht.

Die inneren Werte der hübschen Kanne sind also ziemlich überzeugend. Und das Ergebnis in der Tasse? Noch besser!

#MyPersonalBrewGuide

Da mir die professionelle Kaffeemühle fehlt, lasse ich mir meinen aktuellen Lieblingskaffee in der Rösterei mittelfein, Tendenz zu grob – für Filterkaffee eben – mahlen.

ARCA by Carl Henkel Brewers

Meist nutze ich die ARCA x-tract mit einem Fassungsvermögen von 0,8 Liter, seltener die kleinere Kanne (0,5 l). Für die „Große“ wiege ich 30 g Kaffeemehl direkt in den Edelstahlfilter ab. Eine spezielle Baristawaage ist dafür nicht notwendig. Vielmehr erfüllt eine fein justierte Haushaltswaage den Zweck perfekt.

ARCA by Carl Henkel Brewers

ARCA by Carl Henkel Brewers

Mein einziger Luxus ist ein Wasserkocher mit Temperaturwahl. Mit einem halben Liter exakt 92° Grad heißen Wassers überbrühe ich das Kaffeemehl, rühre kurz mit einem langen Löffel um und lasse den Aufguss ziehen. Nach fünf Minuten ist er trinkfertig, der Kaffee schön klar, das Ergebnis vollmundig und samtig.

Der Filter kann übrigens in der Kanne verbleiben. Die Extraktion ist abgeschlossen, der Geschmack verändert sich nicht mehr.

Ob die Ratio 500 ml Wasser auf 30 g Kaffeemehl den persönlichen Geschmack trifft, darf jeder gerne kreativ experimentierend überprüfen. Ruhig auch die Wassertemperatur variieren: Eine geringere Temperatur bringt in entsprechenden Röstungen etwa fruchtige Noten stärker zur Geltung.

Guter Kaffee ist kein Zufall. Auf die Schnelle ist er auch nicht zu haben. Doch einfach zubereitet – vor allem  nachhaltig –, das geht. Ganz einfach.

Und die Sache mit dem Zucker?

ARCA by Carl Henkel Brewers

Nun, die Geschichte ist schnell erzählt: Wer Süße im Kaffee liebt, der findet sie in der richtigen Röstung. Wem Kaffee zu bitter schmeckt, der hat wahrscheinlich industriell geröstete, verbrannte Bohnen erwischt. Oder zu heißes Wasser aufgegossen.

Jutta M. Ingala | www.6gradost.com

Hier könnt ihr die ARCA bestellen.

 

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