SEBASTIAN GRAßT . 11 February 2020 . 0 comments

Review: PAPIERFILTERALTERNATIVEN AUSPROBIERT


Ich trinke (und teile) viel, wirklich viel Filterkaffee. Auf der Arbeit sind das meistens zwei Chemex Karaffen am Tag, an Wochenenden sind es sicherlich auch zwei bis drei. Ich komme also auf durchschnittlich mehr als zehn Kaffeefilter die Woche. Da wir auch zu Hause Müllvermeidung im Fokus haben, habe ich mir Alternativen angeguckt und stelle euch diese kurz vor:

Ein Gastbeitrag von Sebastian Graßt - www.gefiltertes.de

Arca Xtract Brew (Carl Henkel Brewers)

Das Unternehmen Carl Henkel hat sich auf die Fahnen geschrieben mit dem Arca Xtract Brew, „one of the most eco-friendy ways of brewing delicous coffee“ auf den Markt gebracht zu haben. Dies soll durch einen Doppelsiebfilter aus Edelstahl, der sich in eine Glaskaraffe einsetzen lässt gelingen. Außer dem Kaffeesatz entsteht beim Zubereiten kein zusätzlicher Abfall.

Das Gute ist: Die Konstruktion funktioniert überall (auch draußen), sobald ihr einen Zugang zu heißem Wasser (oder eine Thermoskanne) habt. Die Zubereitung geht fix, erfolgt vollständig ohne Druck und mit deutlich weniger Aufwand als bei herkömmlichen Brüh-Methoden. Zudem sind Karaffe/Kanne und der Filter leicht zu reinigen.

How-to brew

Wie gesagt: Die Methode ist simpel: Zunächst die Bohnen (4-5g Bohnen je 100ml Wasser) mittelfein mahlen. Wasser auf ca. 92°-94° Grad erhitzen, langsam aufgießen und einige Male umrühren. Jetzt braucht ihr nur etwas Geduld – nach ca. 5 Minuten nimmt das Wasser laut Hersteller kein weiteres Aroma auf und ihr könnt den fertigen Kaffee genießen. Ich entferne den Filter trotzdem aus der stylischen Glaskaraffe – gefällt mir optisch einfach besser.

Ich habe für euch für die Zubereitung auch ein kleines Video gemacht:

Geschmack & Fazit

Der Geschmack ist gut, die Kaffeenoten kommen vor allem bei dunklen Röstungen gut heraus. Er ist aber auch zumindest bei meinen bisherigen Versuchen ein wenig zu intensiv – ich denke hier muss ich noch üben und mit der Brühdauer und dem Mahlgrad experimentieren. Das Geschmacksergebnis ist – aufgrund der langen Berührungsdauer des Kaffeepulvers mit dem Wasser – ganz anders als bei der Chemex. Ich benutze die Xtract Brew mittlerweile auf der Arbeit und der Kaffee kommt auch bei Kollegen gut an.

Permanentfilter von DRIPDRIP

Als weitere Alternative habe ich den Permanentfilter DRIPDRIP Foldable ausprobiert. Der Hersteller wirbt mit unverfälschtem Kaffeegenuss und – natürlich – auch damit eine nachhaltige Alternative zu Papierfiltern zu sein.

How-to brew

Bei mir kommt er mit einer Chemex Karaffe oder der Hario V-60 zum Einsatz – am grundlegenden Vorgehen bei der Herstellung ändert sich somit nichts.

Beim Edelstahlfilter fällt zunächst auf, dass er sehr feinporig ist. Anfangs musste ich also mit dem Mahlgrad experimentieren. Ich bin bei einem etwas gröberen als bei der ’normalen‘ Chemex-Zubereitung gelandet.

Geschmack & Fazit

Das ist natürlich subjektiv, aber das Anpassen des Mahlgrads hat bei mir eher zu Geschmacksverlust geführt. Der Kaffee schmeckt etwas ‚flacher‘. Gut gefällt mir, dass der Filter spülmaschinenfest ist und sich somit leicht reinigen lässt. Er macht seinen Job und wirkt, als ob man ihn gut für viele Aufgüsse verwenden kann, überzeugt mich aber nicht so ganz.

Gesamtfazit



Für die Arbeit nehme ich den X-Tract Brew – der mir zu Testzwecken kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde – mittlerweile sehr gerne. Da ich nicht auf frisch gebrühten Kaffee verzichten möchte, ist die schnelle und leicht zu reinigende Variante perfekt dafür geeignet. Zudem spare ich zumindest zehn Papierfilter pro Woche. Den Permanentfilter hingegeben habe ich mittlerweile nur noch für Notfälle zu Hause in der Schublade, er konnte sich bei mir nicht durchsetzen.

Eins möchte ich aber nicht unerwähnt lassen: Nachhaltigkeit wird bei Carl Henkel (Unboxing findet ihr hier) groß geschrieben. Das Paket welches bei mir ankam hatte viel Plastik als Polsterung. Irgendwie hat mich das bei dem begrüßenswerten Zero-Waste-Ansatz sehr gestört. ABER: Hier hat das Unternehmen direkt reagiert. Die Verpackung ist jetzt (wieder) vollständig plastikfrei!

Meine ehrliche Meinung: Bei allem Umweltbewusstsein ist mein Favorit geschmacklich immer noch die Zubereitung mit der Chemex und ‚echten‘ Papierfiltern ist. Der Kaffee schmeckt unverfälschter und ich nehme mir gerade zu Hause gerne die Zeit einen richtigen „Handbrew“ zuzubereiten. Die Investition in Zeit und (kompostierbare) Filter ist es mir allemal wert!

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